Über 60 Jahre alt ist die Sportanlage Schaberg, die im Jahr 1995 zu Ehren des SLC-Aushängeschilds und Olympiateilnehmer Herbert Schade in die Herbert-Schade-Sportanlage umbenannt wurde.

Mehr als 30 Jahre kämpften die Leichtathleten in Solingen für eine zeitgemäße Kunststoffanlage, ohne die heutzutage ein geregelter Trainings- und Wettkampfbetrieb nicht mehr möglich ist. Nachdem die Dioxinbelastung der Anlage erkannt und eine Renovierung dringend erforderlich war, setzten sich die Leichtathleten und der neu gegründete "Förderverein Herbert-Schade-Sportanlage" für die Erfüllung des lang gehegten Traumes ein: Wenn schon sanieren, dann auch modernisieren. Die Solinger Lokalpolitiker hatten ein offenes Ohr für die Wünsche des Sports und votierten sehr schnell für den Bau einer Kunststoffanlage. Doch es dauerte noch eine lange Zeit, bis auch alle erforderlichen Genehmigungen der Landesregierung endlich vorlagen. Im Frühjahr 2001 begann der Umbau und 2003 konnte die Laufbahn eingeweiht werden. Aus eigenen Mitteln entstand zudem ein Häusschen für die Zeitnahme.

Viele überregionale Wettkämpfe fanden seitdem hier schon statt und im Jahr 2019 wurde die Tartanbahn erneut saniert und auf den neusten Stand gebracht. Mittelfristig ist sogar der Bau einer Tribüne geplant, damit aus der herrlich gelegenen Anlage endgültig ein "Schmuckkästchen" wird.

Ausstattung

  • 400m Kunststoffbahn (6 Bahnen) mit Rasenplatz und Flutlichtanlage
  • 3 Weitsprunganlagen
  • 1 Dreisprunganlage
  • 1 Stabhochsprunganlage
  • 2 Hochsprunganlagen
  • 2 Speerwurfanlagen
  • 1 mobiler Diskuswurfkäfig
  • 2 Kugelstoßanlagen
  • 1 Kraftraum (vereinsintern)
Auszug aus der Vereinszeitung 2/1995: Schaberg wurde umbenannt in "Herbert-Schade-Sportanlage"  (zum Ausklappen klicken)

Posthume Ehrung für verstorbenen SLC-Ehrenvorsitzenden:

Gut ein Jahr nach dem Tod unseres Ehrenvorsitzenden Herbert Schade hat seine Heimatstadt Solingen ihrem erfolgreichsten und bekanntesten Sportler ein bleibendes Denkmal gesetzt: Auf einstimmigen Beschluß des Rates in der Klingenstadt wurde die Sportanlage Schaberg, auf der Herbert Schade Zeit seines Lebens trainiert hat, in Anwesenheit von Prominenz aus Politik, Sport und Wirtschaft sowie zahlreichen Weggefährten umbenannt in „Herbert-Schade-Sportanlage“.

Als sichtbares Zeichen enthüllte Solingen Oberbürgermeister Gerd Kaimer einen eineinhalb Meter hohen und fast vier Tonnen schweren Findling auf Höhe der Ziellinie, auf dem eine Bronzetafel mit folgendem Text an das Idol erinnert:

"Diese Sportanlage der Stadt Solingen wurde benannt nach Herbert Schade (geboren am 26. Mai 1922, gestorben am 1. März 1994). Bei den Olympischen Sommerspielen 1952 in Helsinki gewann der Solinger im 5.000 m-Lauf die Bronzemedaille. Er wurde achtmal Deutscher Meister über 5.000 m und 10.000 m, stellte zahlreiche Rekorde auf und vertrat die Bundesrepublik Deutschland in 38 Länderkämpfen – in der Mehrzahl als Kapitän. Zweimal wurde ihm vom Bundespräsidenten das Silberne Lorbeerblatt verliehen. Als Sportler, Trainer und Repräsentant nahm Herbert Schade an vier Olympischen Sommerspielen teil. Er war der angesehenste und erfolgreichste Solinger Sportler. Hier hat er viele Jahre trainiert."

Mit der Umbenennung der Anlage, so der Oberbürgermeister in seiner langen Laudatio, wollte die Stadt nicht nur ihrem bekanntesten und erfolgreichsten Sportler ein Denkmal setzen, sondern zudem auch dessen Verdienste für die Stadt im Rahmen der Sportpolitik und in seiner langjährigen Tätigkeit als Sportreferent der Verwaltung würdigen. Die "Herbert-Schade-Sportanlage" sei untrennbar mit dem Namen des Laufidols verbunden, denn "sie und die umgebenden Wälder waren Zeit seines Lebens seine sportliche Heimatstätte", so Kaimer.

"Schades Popularität löste einen Lauf-Boom aus"

Nach einer ausführlichen Schilderung der sportlichen Erfolge ging Kaimer auch auf Schades Engagement außerhalb der Aschenbahn ein. Er habe durch seine Popularität in Solingen einen Lauf-Boom ausgelöst, der nicht zuletzt in der Gründung einer der ersten Lauf-Treffs in Deutschland gipfelte. Trotz seiner großen Bescheidenheit sei Herbert Schade stets ein echtes Vorbild gewesen und habe speziell in den vergangenen Jahrzehnten viele Impulse für den Breitensport gesetzt.

Als Sportbotschafter weltweit anerkannt

"Seine eher zurückhaltende Art, gepaart mit sportlicher Fairneß und menschlicher Größe, haben einen Athleten ausgezeichnet, der auch nach Beendigung seiner aktiven Laufbahn als Sportbotschafter, Nationaltrainer und Kampfrichter bei Olympischen Sommerspielen weltweit gefragt war", sagte Kaimer. In seiner Funktion als Sportreferent der Stadt habe er für Solingen Tore geöffnet, die ansonsten stets verschlossen wären. Und als Mitglied des Sportausschusses habe Schade noch bis zu seinem Tode wichtige Impulse für den Breiten- und Leistungssport gesetzt.

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