Der Trans Alpin Run von Ruhpolding nach Sexten vom 30.08. - 06.09.2008

Fünf Langstreckenläufer des Solinger LC nahmen teil am Trans Alpin Lauf . Der Lauf führte über die Alpen mit Start in Ruhpolding und Ziel in Sexten in Südtirol 300 Kilometer und insgesamt über 16000 Höhenmeter mussten die Athleten zurücklegen wollte man das Ziel in Sexten erreichen . Es war ein Lauf der bis an die Grenzen der Läufer ging , aber auch viele Landschaftliche Reize aufweisen konnte . Insgesamt ging dieser Lauf über 8 Etappen, wobei Strecken von 25 bis 50 Kilometer pro Tag zu bewältigen waren . Zwei Läufer bildeten jeweils eine Mannschaft , 247 Mannschaften aus über 25 Ländern waren am Start , so auch 5 Teilnehmer des SLC Hans Drescher , Uwe Kauder , Rene`Piotrowski , Heiko Haringer und Achim Ploss.

Alle waren froh , als am Samstag um 11 Uhr der Startschuss fiel . Monatelange Vorbereitungen lagen nun hinter Ihnen . Unter großem Beifall der anwesenden Zuschauer verabschiedeten sich die Läufer aus der bayrischen Ferien Region Ruhpolding . Die Sonne begleitete die Läufer zunächst im Tal bevor die erste Steigung in Angriff genommen werden musste . Es war eine Etappe zum Einlaufen . Die 2. Etappe sollte bereits für viele Läufer das Ende bedeuten . Eine Strecke von 49 Kilometer sowie 2850 Höhenmeter stand den Athleten bevor . Vor dem Start passierten alle Läufer noch die Ausrüstungskontrolle . Zu tief waren noch die Geschehnisse an der Zugspitz bei den Organisatoren . Viele Zuschauer säumten bereits in den frühen Morgenstunden die Stecke bei St Ulrich und spendeten den Läufen viel Applaus . Die vielen Auf- und Abstiege waren absolut hart und erforderten bei allen Athleten eine Menge Konzentration . Nun packte auch das Wettkampf - fieber die Solinger Gruppe , hieß doch zunächst die Devise "Dabei sein ist Alles" . Die längste Etappe ist geschafft , doch konnten nicht alle Teams die erforderliche Sollzeit erreichen , wurden so aus dem Rennen genommen . Auch der Solinger Läufer Rene` musste dem hohen Anforderungen Tribut zollen . Der Leistungsdruck war auf dieser Ertappe sehr hoch , auch bedingt durch die vorgegebene enge Sollzeit . Ausruhen war nun angesagt , sich auf die nächste Etappe einzu - stimmen . Der 3. Tag führte zunächst in flacheren Regionen von Mittersill nach Neukirchen am Großvenediger . Immer wieder konnten die Läufer trotz aller Strapazen die umliegenden Berge bewundern so auch den Großvenediger . Es ging zum Aufstieg auf den Wildkogel um anschließend wieder einen 8 Kilometer langen Abstieg in Angriff zu nehmen.

Es war eher ein ruhiger Tag , konzentrieren konnte man sich auf die nächste Etappe, die wieder 46 Kilometer aufweisen sollte . Die folgende Nacht war kurz , denn bereits um 7.00 Uhr sollte der Start erfolgen . Abschalten konnten die Läufer nicht . Entweder das Vergangene wurde noch einmal verarbeitet , oder die nächste Etappe wurde bereits gedanklich in Angriff genommen . Pünktlich ging es wieder auf die Strecke , vorbei an den Krimmler Wasserfällen, dem steilen Aufstieg zur Birnlücke . Aber hier entschädigte die grandiose Aussicht auf die Dreiherrenspitze alle Mühen . Das ständige auf und ab zwang die Läufer sich stetes zwischen Lauf und strammen Marschieren . zu bewegen . Immer wieder war zu sehen , dass andere Teilnehmer ebenfalls mit sich zu kämpfen hatten . Auf dem Gipfel angekommen , geht ein eisiger Wind . Die Temperaturen sind nahe dem Gefrierpunkt . Zum ersten mal kamen die wetterfesten Regenjacken zum Einsatz . Beim Abstieg mussten Schieferplatten überwunden werden .Hier konnten die mitgeführten Stöcke eingesetzt werden . Prettau im Ahrntal ist erreicht . Die Hälfte der Tour liegt nun hinter den Teilnehmern . Die 5. Etappe war mit 36.5 Kilometer angegeben . Über den Speikboden ging es nach Sand in Taufers . Obwohl dieser Abschnitt relativ eben war stuften die Solinger Läufer dieses Stück als schwierig ein . Die Beine waren schon schwer, und nun ständig laufen.

Der 6. Tag . Nach einer Einlaufphase ging es steil bergan . Es musste der höchste Punkt der Tour erreicht werden . Galt diese Etappe auch gleichzeitig als die gefährlichste , so mussten fasst 2000 Höhenmeter und über 1600 Meter bergab bewältigt werden . Die Riesenferner Hütte auf 2792 Meter war zunächst das Ziel . Nach einer kurzen Pause geht es sehr steil , drahtseil- gesichert bergab . Die Schmerzen in den Beinen nehmen zu , aber das Ziel vor Augen war bei den Solinger Läufer stärker als aufzugeben .Das Antholzer Tal ist erreicht . Die Schönheit der Berge lässt nach dem Tageszieleinlauf die Strapazen zunächst wieder vergessen.

Der vorletzte Tag , eine Unwetterwarnung sorgt heute für eine Streckenänderung . Und dies zum Wohlwollen der Läufer . War heute noch einmal eine Marathonstrecke angesagt , wurde diese um 8 Kilometer reduziert . Die strapazierten Beine sollten sich freuen . Die Läufer nahmen diese Kürzung gerne an , denn die Kräfte sinken mehr und mehr . Auf breiten Forstwegen konnten die Läufer entspannt dem Etappenziel entgegen laufen , nach Niederdorf im Pustertal . Die Gedanken waren bereits in Sexten , aber auch die vergangenen Etappen lassen die Läufer noch einmal Revue passieren.

Die letzte Etappe , starteten wir trotz allem mit ein wenig Wehmut . Sollte dieser Abschnitt zu den schönsten der Tour zählen , der Königsetappe . Von Niederdorf verspricht die Landschaft Genuss pur , es geht vorbei an den Drei Zinnen . Mental waren wir zu diesem Zeitpunkt wieder super drauf , ging es doch dem Ziel entgegen . Die Drei Zinnen Hütte war erreicht , viele Bergwanderer schauen uns zu . Die letzte Verpflegungsstelle wurde in Anspruch genommen und nun liefen wir wieder bergab in Richtung Ziel . Sexten wurde erreicht , hier erwarteten uns bereits weitere Finisher und spendeten kräftig Applaus . Nach einer Pasta Party genossen wir bei strahlendem Sonnenschein noch Sexten , dann aber auch die wohlverdiente Nachtruhe . Freudentränen beim Zieleinlauf sah man bei einigen Finisher . 55 Stunden berauf bergab lagen nun hinter den Solinger Läufern.

Acht Tagesetappen lagen nun hinter uns . Wir hatten nie das Gefühl allein zu sein . Die gute Organisation , stets von begleiteten Ärzten betreut zu sein machten diesen Lauf zu einem Er - lebnis . Viele Teilnehmer mussten den Lauf vorzeitig beenden , oder wurden wegen Erschöpfung aus dem Rennen genommen , die Organisatoren waren stets um das Wohl der Läufer besorgt . Alle Läufer waren sich einig , die Strapazen und Mühen waren ein kleines Abenteuer und haben sich gelohnt .

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