Trainingslager Aurich 2002

Da in Melle, wo im Jahr 2001 das Trainingslager stattfand, schon alle Jugendherbergen belegt waren, wurde beschlossen, in diesem Jahr nach Aurich an die Nordsee zu fahren. Aurich - das liegt in der Nähe von Emden - ist nur ca. vierzig Kilometer vom Meer entfernt.

Pünktlich standen also alle 25 Athleten am 23. März morgens früh - mehr oder weniger ausgeschlafen - in Ohligs am Bahnhof. Nachdem alle Koffer, Taschen und sonstige Dinge gut im Wagen von Diskuswerfer Holger Bahns verstaut waren, konnte es endlich losgehen. Nach einer vierstündigen Bus- und Bahnfahrt kamen wir schließlich völlig erschöpft in der schönen Jugendherberge zu Aurich an, wo das Gepäck schon auf uns wartete. Natürlich waren alle wieder fit, als es um die Zimmerverteilung ging und die Betten wurden gestürmt.

Später fand sich Gelegenheit die Umgebung zu erkunden, bevor das gemeinsame Abendessen begann. Das Essen war für eine Jugendherberge ausgesprochen gut - man konnte morgens früh sogar ein gesundes Sportlerfrühstück bekommen (die meisten bevorzugten jedoch Brötchen mit Nutella!).

Erst am nächsten Tag ging es dann richtig zur Sache. Denn, wie der Name schon sagt, ist das Wichtigste an einem Trainingslager natürlich das Training: Das fand zweimal täglich unter den strengen Augen von Cheftrainer Detlef Steigerwald auf der Auricher Kunststoffbahn statt und für mindestens zwei Stunden wurde dort fleißig trainiert. Egal ob Sprinter, Springer, Werfer oder Läufer - alle kamen dabei kräftig ins Schwitzen, doch es löste einen enormen Leistungsschub aus. Allerdings auch extremen Muskelkater. Der konnte jedoch in der allabendlichen Massagestunde von und mit Michaela Scheer problemlos auskuriert werden.

Natürlich wurde nicht nur trainiert! So war die Zeit zwischen zwei Trainingseinheiten trotz großer Erschöpfung meist von packenden Tischtennis- und Volleyballduellen geprägt (was dazu führte, dass einige Athleten fünf Minuten vor Trainingsbeginn noch immer an der Platte standen...). Und so mancher entdeckte sogar seine bisher ungeahnten Fähigkeiten beim Bowling spielen, was uns einen amüsanten Abend im nahegelegenen Einkaufszentrum bescherte.

Um auch etwas für die Bildung zu tun, wurde beschlossen, die Windmühle in Aurich City zu besuchen. Das Highlight dieser Besichtigung war allerdings weniger die Mühle selbst als der Müller, der mit einem akzentfreien friesischen Slang beeindruckte.

Allerdings gab es auch einige "unerfreuliche" Zwischenfälle, wie z.B. die Sache mit den Bananenschalen, die "ganz zufällig" durch den Speisesaal flogen und "aus Versehen" Holger am Kopf trafen (die genaue Flugbahn ist bis heute ungeklärt, es wird vermutet dass die Schalen vom Nebentisch aus abgefeuert wurden. In diesem Zusammenhang sollen auch die Namen zweier Läufer gefallen sein, die mit diesem Vorfall in Verbindung gebracht werden).

Der Vorschlag, den Beiden zehn Minuten Vorsprung zu lassen und Holger mit dem Auto hinterher zu schicken, wurde dankend abgelehnt. Viel besser fand man es, jene Bananenschalen über ihren Köpfen zu zerreiben und die Reste in den Haaren zu verteilen (obwohl es auch darüber geteilte Meinungen gab).

Auch erwähnenswert ist der Besuch im Freilichtmuseum von Moordorf, welcher uns immerhin einen trainingfreien Nachmittag bescherte. Nach der Besichtigung einiger Torfhütten und Lehmhäuschen wollten schließlich alle die hochgelobte und mit Vorfreude erwartete Moorleiche sehen. Doch es wurde eine skandalöse Entdeckung gemacht: die Moorleiche war verschwunden!!! Der Triumph, einen wohlmöglichen Diebstahl aufgeklärt zu haben, schwand dahin, als man erfuhr, dass die Moorleiche schon seit einem halben Jahr nicht mehr im Museum zu besichtigen ist...

Am letzten Tag fand anstatt einer Trainingseinheit die alljährliche Abschlussstaffel statt. Unter Aufbietung der letzten Kraftreserven wurden beeindruckende Laufleistungen erzielt. Ein packendes Finish beendete diesen Prestigekampf und bescherte einer der beiden Gruppen den Sieg, der stolz gefeiert wurde.

Der krönende Abschluss des Trainingslagers war die Party am Freitagabend. Zur Aufmunterung zwischen den Tanzeinheiten wurden lustige Spielchen angeboten, wie etwa die Beförderung von Streichholzschachteln von einer Nase zur anderen oder der Tanz auf einem immer kleiner werdenden Zeitungsblatt. Am Ende dieses Abends blieb aber noch jene Frage offen, bei welcher sich die Nachwelt bis heute die Haare rauft: War in der antialkoholischen Bowle nun Alkohol oder nicht???

Nach einer langen oder kurzen Nacht (wie man es nimmt), machten sich schließlich alle auf den weiten Weg zurück ins heimische Solingen. Und die Gruppe war sich einig: auch dieses Jahr war das Trainingslager gelungen und ein großer Erfolg, und das nicht nur in sportlicher Sicht!!!

Zurück