SLC Trainingslager-Bericht 2016

Detlef sah sich ein letztes Mal im Aufenthaltsraum um. Nach einer Woche hatte man sich nun auch an diesen Raum gewöhnt, obwohl der Verein in den letzten Jahren immer im anderen Trakt untergebracht war. Sie hatten in den vergangenen Tagen aber auch viel Zeit hier verbracht – besonders in der Mittagspause zwischen den Trainingseinheiten. Er sah die Chaoten, die nun nicht mehr Stube 11, sondern 45 bewohnten , und fragte sich, ob die vier (Tim, Senior, Wuppi und Lehrer) die neue Zimmernummerierung wohl verkraftet hatten… Sein Blick wanderte weiter zu Mo, Tommy, Matze und Sam, die noch vor kurzem einen großen Teil dieses Raums mit zahlreichen Risiko-Schlachten beansprucht hatten. Gleichzeitig wunderte sich Detlef darüber, dass die Zocker in diesem Augenblick tatsächlich ohne dass Spiel auszukommen schienen und still dort saßen. Hinten in der Ecke sah der Trainer Inga, die mal wieder ein bemerkenswertes Pensum von Volkers Trainingsplan teilweise mit Lars und Dirk absolviert hatte. Diese beiden konnte er nicht im Raum entdecken. Lars hatte sein Quartier ja – wie letztes Jahr – auf dem Campingplatz aufgeschlagen; und Dirk war schon vor ein paar Stunden zurück nach Solingen mit Meniskusschmerzen gefahren. Hoffentlich war das nichts Ernstes. Schwere Verletzungen waren nämlich im Trainingslager eigentlich nicht aufgetreten. Kleinere Blessuren hatte wohl so ziemlich jeder nach dieser harten Trainingswoche. Dazu zählten Christian (Zeh), Julian (Fuß), Isabel (Knochenhaut), Alina (Oberschenkelbeuger), Simon (scarface) und natürlich Sam (Stimmbänder). Der Coach schmunzelte in sich hinein: Wenn sich diese Leute zusammentäten, würden die wohl den ultimativen Verletzten abgeben...

Neben ihm saßen Max, Julian, David, Tim S. und Alex, die mit kleiner Verspätung nun auch hier waren. Von diesen fünf war David erkältungsbedingt ein paar Tage später angereist, während Simon, Christoph, Johanna und Biggi wegen der Arbeit leider früher abreisen mussten. Gedanklich noch bei seiner Frau Biggi schweifte Detlefs Blick weiter durch den Raum, wo er Alina mit Caro, Isa und Sandra etwas abseits sitzen sah. Schließlich entdeckte er am anderen Ende des Raums die beiden Manus, die wieder die Organisation dieses letzten Abends übernommen hatten. Ihm kam der Satz von Manuel S. in den Kopf („Coach, ich nehme jedes Jahr die Badehose mit und wir brauchen die nie.“ ) und er freute sich, dass das Schwimmen in diesem Jahr geklappt hatte.

Gedankenverloren blickte sich Detlef um. Mittlerweile war es außergewöhnlich ruhig geworden. Hatte vielleicht sogar jemand mit nem‘ Schlag an ein Glas für Ruhe gesorgt? Detlef erinnerte sich nicht genau, sah aber wie Manuel Zettel verteilte und schließlich anhob, das Prozedere des letzten Abends zu erläutern. Detlef fasste sich ein Herz und unterbrach die Vorbereitungen für einen kurzen Moment: „Ich wollte auch noch kurz etwas Abschließendes zum Trainingslager sagen: Mir hat das Trainingslager mit Euch großen Spaß gemacht. Wir haben gut trainiert und sind im Großen und Ganzen alle gesund geblieben. Das Wetter war zumindest ok und viel besser als im letzten Jahr. Ich danke Euch allen für die gute Trainingsmoral und die tolle Stimmung, die wir hatten. Ein ganz besonderes Dankeschön möchte ich auch noch dem Jugendausschuss aussprechen, der uns wieder mit Getränken super versorgt hat. Und jetzt wünsche ich uns allen noch einen tollen letzten Abend.“

Nachdem er zu Ende gesprochen hatte, fingen alle an zu klatschen; Moritz stand als Erster klatschend auf, worauf peu à peu alle anderen Sportler seinem Beispiel folgten. Als die stehenden Ovationen abgeebbt waren, öffnete Detlef etwas ergriffen den Zettel, den er von Manuel bekommen hatte, und las die Überschrift seiner Rollenkarte: „Schulleiter“ Was kam denn jetzt bloß noch auf ihn zu?

Michael

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