Von Asthma ausgebremst

Wohl selten zuvor hat eine persönliche Bestleistung bei einer Athletin soviel Frustgefühle ausgelöst wie bei Inga Hundeborn bei ihrem zweiten Start über 3000 m-Hindernis.

Exakt 10 Tage nach ihrem Debüt bei den Deutschen Meisterschaften der U 23 in Wetzlar ging Inga Hundeborn bei den Offenen Nordrhein-Hindernismeisterschaften in Hilden zum zweiten Mal über die Hindernisstrecke an den Start. Im Training hatten sich im Vorfeld deutliche technische Fortschritte gezeigt, so dass berechtigte Hoffnungen auf eine deutliche Leistungssteigerung bestanden, zumal auch die Witterungsbedingungen optimal waren.

Ausgerechnet am Tag des Wettkampfes kündigten sich dann aber wieder asthmatische Beschwerden an. Ähnliche Probleme hatten Inga im Winterhalbjahr schon mehrfach erheblich beeinträchtigt, allerdings schien sich die Gesundheit inzwischen stabilisiert zu haben – doch nun kam der Rückfall.

Das Rennen wurde zunächst von einer Dreierspitzengruppe bestimmt, die in etwa 5:15 Minuten die 1500 m-Marke passierte und damit eine hervorragende erste Rennhälfte hinlegte. Eigentlich war dies die optimale Ausgangslage für Inga, um ihre überlegenen Ausdauerfähigkeiten gegenüber der Konkurrenz auf der zweiten Streckenhälfte auszuspielen. Leider kam es an diesem Tag ganz anders. Die stärker werdenden Atembeschwerden ließen die zweite Hälfte zur Qual werden. Kämpferisch gehörte der Wettkampf in Hilden sicherlich zu den besten Rennen Ingas überhaupt. Am Ende hatte sie sich als Dritte der Frauenkonkurrenz gegenüber Wetzlar in 11:05,89 Minuten zwar um drei Sekunden verbessert, doch war das nicht annähernd das, was Inga wirklich drauf hat. Entsprechend verständlich war der Frust nach dem Lauf. Ein Formtief oder eine Niederlage ist für Leistungssportler nicht leicht zu verkraften, aber nichts ist schlimmer als das Gefühl durch gesundheitliche Probleme die vorhandenen PS nicht auf die Bahn zu bekommen. Genau das war für Inga aber die schmerzliche Realität in Hilden.

Volker Treppel

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