Inga mit großem Kämpferherz zum Nordrhein-Titel

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Vorher und nachher - wer Inga Hundeborn bei den Nordrhein-Crossmeisterschaften in Köln erlebte, wäre sicher zum Ergebnis gekommen, dass er zwei verschiedene Personen gesehen hätte. Vor dem Start ein fast ängstliches Nervenbündel, im Ziel dann aber eine strahlende Siegerin, das war die Wandlung, die Inga innerhalb weniger Minuten in Köln vollzog.

Vielleicht war es die Last der Mitfavoritin, die Inga als amtierende Nordrhein-Meisterin über 2000 m auf der Bahn auch auf der 2,1 km-Cross-Strecke zu schaffen machte. Dabei war sie als Vorjahresdritte im Crossgelände nur eine von mehreren Titelanwärterinnen der Klasse W 15. So verlief das Rennen mit einer Spitzengruppe aus vier Läuferinnen auch lange Zeit sehr ausgeglichen. Auf den letzten 500 m spitzte sich das Rennen dann immer mehr zu einem Zweikampf der beiden Top-Favoritinnen Sarah Kammer (SC Myhl LA) und Inga Hundeborn zu. Es war das Duell der schnelleren 800 m-Läuferin Sarah und der mehr über ihre Ausdauerfähigkeiten kommenden Inga. Entsprechend war auch die Taktik des Rennens aus Sicht der SLC-Läuferin ausgelegt. Auf dem letzten Viertel der Distanz möglichst eine kleine Lücke zwischen sich und die Konkurrentin zu legen und diesen ins Ziel retten, war der Schlachtplan. Genau so kam es auch. Knapp 10 m Vorsprung lief Inga gegenüber ihrer Hauptgegnerin heraus, ehe Sarah im Schlussspurt noch einmal Meter um Meter an Inga heran rückte. Inga hielt aber stark dagegen und rettete in 7:59 Minuten eine knappe Sekunde Vorsprung ins Ziel.

Eine Woche nach seinem überzeugenden 1000 m-Hallenrennen in Leverkusen als Kreis-Vizemeister in persönlicher Bestzeit von 3:05,24 Minuten startete Casimir Carl zum ersten Mal auf Nordrheinebene. In der Klasse M 14 hatte er die Distanz von 2,7 km zurück zu legen. Auf der ersten Streckenhälfte, hielt er sich als Sechster auf Anhieb im Spitzenfeld, musste dann aber doch etwas Federn lassen. In 11:09 Minuten behauptete er sich als Elfter aber immerhin in der vorderen Hälfte der 25 Läufer, die das Ziel erreichten. Ein ordentliches Ergebnis, auch wenn an einem guten Tag durchaus noch etwas mehr möglich gewesen wäre.

Nicht das Ziel, sondern bereits im Vorfeld passen, mussten die beiden anderen gemeldeten SLC-Starter. Sebastian Schüttler trat bereits beim Einlaufen in ein kleines Loch des gefrorenen holprigen Rasenbodens und konnte so nicht starten. Alexa von Saucken, die in der W 40 durchaus realistische Medaillenchancen gehabt hätte, reiste erst gar nicht mit an.

Volker Treppel

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