Inga Hundeborn Westdeutsche Meisterin der Frauen

Sorgen, dass Inga Hundeborn durch den Wechsel in die Frauenklasse im kommenden Jahr aus der Erfolgsspur kommen könnte, braucht man sich nicht wirklich zu machen. Das es noch vor dem Klassenübergang aber bereits zum Gewinn eines Westdeutschen Meistertitel bei den Frauen reichen würde, war aber nicht unbedingt zu erwarten. Bei den Westdeutschen Meisterschaften in Recklinghausen, bei der sie als einzige Solingerin an den Start ging, gelang ihr dies aber bereits jetzt.

Über 5000 m schien bei einem Blick in die Startliste ein Zweikampf mit der erfahrenen Christl Dörschel von der SG Wenden vorprogrammiert. Um drei Sekunden rangierte die Wendenerin in der Jahresbestenliste vor ihrer Solinger Konkurrentin. Schon früh zeichnete sich dann das erwartete Duell auch auf der Bahn ab. Nachdem Inga auf dem ersten Kilometer das Feld anführte, war es dann die mit vielen Titeln dekorierte Dörschel, die für das Tempo sorgte. Mehrfach sah es kurzzeitig so aus, als könnte sie sich von Inga lösen, doch mehr als 10 m riss die kleine Lücke nicht auf. Auf der letzten Runde schloss Inga wieder vollständig auf, um auf der Zielgeraden dann doch wieder an ihrer Konkurrentin vorbei zu ziehen und in 17:35,54 Minuten vor Dörschel (17:37,79 Min.) ihren ersten westdeutschen Titel in der Frauenklasse zu gewinnen. Die Drittplatzierte lag bereits 40 Sekunden hinter der Spitze zurück.

Für Inga, die leider immer noch auf der Suche nach der Ursache ihrer Atmungsprobleme ist, war dies ein Sieg, der Mut macht, denn wenn sie schon unter diesen Vorzeichen zum Sieg kommen konnte, kann man nur erahnen, wie stark sie auftrumpfen könnte, wenn sie im Vollbesitz ihrer Kräfte wäre.

Volker Treppel

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