Eine DM wie im Traum für Inga Hundeborn

dm-jugend_2012-1 Inga in der Mitte mit Urkunde und großer Unterstützung
durch ihre Vereinskameradinnen

Es gibt Tage im Leben eines Sportlers, die verlaufen so schön, dass man sie am Tag selbst wie im Rausch durchlebt. Wenn man gleich zwei solcher Tage hintereinander erlebt und das noch bei einer Deutschen Meisterschaft, wird man die Tragweite wohl erst mit einigen Tagen Abstand so richtig realisieren können.

Für Inga Hundeborn war mit der Qualifikation für die Deutschen Jugendmeisterschaften in Mönchengladbach das Saisonziel eigentlich schon erreicht. Eine akribische Trainingsvorbereitung ließ dann im Vorfeld aber schon erahnen, dass Platz 17 in der bis dato geltenden persönlichen Bestzeit von 4:48,82 Minuten über 1500 m nicht das Maß für die Titelkämpfe bleiben musste. So war das Erreichen des Finales und bei entsprechend günstigem Rennverlauf vielleicht auch eine neue Solinger Rekordmarke der Klasse U 18, bisher gehalten von Alexandra Golab (4:45,16 Min.), schon als neues Ziel für Mönchengladbach in den Köpfen von Inga und Trainer.

Was sich dann aber am Freitag schon im Vorlauf abspielte, übertraf jegliche Erwartungen. In einem auch taktisch tadellosen Rennen pulverisierte Inga ihre Bestzeit in 4:41,65 Minuten gleich um sieben Sekunden und die Stadtrekordmarke ihrer Altersklasse war ebenfalls deutlich unterboten. Die Zeit war die viertschnellste der allerdings taktisch geprägten Vorläufe. Nach den Saisonbestmarken stand Inga nun auf Platz sechs der zwölf Endlaufteilnehmerinnen. Dies war für das Finale die neue Ausgangsbasis.

Im Finale ließen sich die Favoritinnen dann von Beginn an auf keinerlei Risikovarianten ein. Es wurde vom Start weg auf Tempo gelaufen, so dass auch Inga mit einer Startrunde in 69 Sekunden zu einer Pace gezwungen wurde, mit der sie bisher nur 800 m-Rennen angegangen war; schließlich galt es auch die zur Unterstützung angereisten SLC-er und weiteren Fans nicht zu enttäuschen. Als sie die 1000 m-Marke in 3:04 Minuten durchlief, zeichnete sich bereits ab, dass Platz 5 oder 6 im Bereich des Möglichen war. Am Ende wurde es tatsächlich ein hervorragender fünfter Platz und eine nochmalige Steigerung ihrer persönlichen Bestzeit auf 4:38,79 Minuten. Inga hatte auch im Finale alles richtig gemacht und sich damit innerhalb von zwei Tagen um gut zehn Sekunden verbessert. Wie stark das Ergebnis und die Konkurrenz gerade in der weiblichen U 18 einzuschätzen ist, zeigt die Tatsache, das Inga auch in der U 20 mit ihrer Zeit Fünfte geworden wäre.

Mit ihrer Bestzeit ist Inga nun die erste Solingerin überhaupt, die die 1500 m unter 4:40 Minuten zurücklegte und damit mit 15 Jahren bereits Solinger Rekordhalterin der Frauen. Alle Solinger Laufgrößen der Vergangenheit, ob sie nun Sigrun Blauth, Birgit Evertz, Tina Christ, Elke Kramer, Alexandra Golab, Bettina Treibert-Wiesner oder Maria Marschner hießen, die vor Mönchengladbach noch vor Inga in der Frauen-Rangliste standen, sind nun im Ranking um einen Platz zurückgefallen.

Alles das ist nun Realität und wirklich kein Traum mehr.

Volker Treppel

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